Die ersten Tage

 

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Hurra, nun ist es da, das Kaninchen. Und nun? Es ist immer noch ganz verschüchtert im Transportkörbchen und guckt ein wenig fragend in die Weltgeschichte.

 

 Na, wo bin ich denn hier gelandet? Ob die Menschen hier auch wirklich lieb zu mir sind?

HEY DA, was ist jetzt? Wo soll ich denn nun hin? Kümmer sich doch mal jemand um mich!

Nur gut, das es an Personen geraten ist, die natürlich schon alles vorbereitet haben:

1. Der Stall hat eine schöne Einstreuschicht (manchmal wird gesagt, das man unter die Einstreu Zeitung legen kann, damit man beim Saubermachen diese nur einrollen muß. Tja, leider ist auf Zeitung Druckerschwärze, die giftig für uns ist, und da es kaum ein Karnickel gibt, das nicht knabbert... Also weg damit!)
 2. Wasser in der Flasche
3. Etwas zum Futtern, am liebsten Körnerfutter mit Schuß (NEIN, kein Apfelkorn! Lieber Apfel pur, und vielleicht etwas Petersilie, oder Gurke... Möhre wäre auch nicht schlecht...)
 4.  Heu (gaaanz viel!!!)

 

 Da kriegst man doch zuviel!

         RUBY!

Schluß jetzt!! Kannst Du denn nur ans Essen denken?

 

 

Ach manno, darf ich hier denn gar nix? Na schön, machen wir halt weiter...

Das Häuschen würde ich erst in ein paar Tagen reinstellen, sonst verkriecht sich der Neue ständig und läßt sich nicht sehen.

Wie aber kriegt man denn nun ein Kaninchen aus dem Korb? Rausschütteln geht ja wohl nicht. Und an den Ohren ziehen ist eine Riesenkaninchenquälerei!!!

So ist es richtig:

Hinter den Schulterblättern am Rückenfell fassen, hochnehmen und gleichzeitig mit der anderen Hand die Hinterpfoten abstützen. Dann auf den Arm setzen, aber eine Hand am Nacken halten, falls das Kaninchen unruhig werden sollte. Man kann auch mit einer Hand unter den Bauch und Vorderpfoten greifen, hochheben und dann mit der anderen Hand unter die Hinterpfoten fassen. Das aber nur bei lieben Kaninchen machen, richtig festhalten kann man uns nicht damit. Noch ne Bitte: klemmt uns nicht wie ein Stofftier unter den Arm. Das tut uns nur weh, und verletzen kann man uns auch damit.

 

 So ist`s richtig!

Nicht lange in der Luft hängen lassen, direkt mit der Hand unter die Hinterpfoten.

 

Nachdem man den Kameraden in seinen Stall gesetzt hat, ist er erst mal froh, wenn er seine Ruhe hat. Klar, ich kann verstehen, am liebsten würde man uns sofort überall rumtragen, streicheln und knuddeln. Aber nach soviel Aufregung brauchen wir erst mal Ruhe, ehrlich! Aber keine Bange, schon bald fangen wir an, unsere Umgebung zu beschnuppern, zu futtern und zu putzen. Da ist schon viel gewonnen, und wir sind bereit zu neuen Abenteuern.

In den nächsten Tagen kann man uns auf den Schoß nehmen, streicheln, sanft und beruhigend mit uns sprechen. Denkt dran, wenn wir zu euch kommen, sind wir in der Regel noch ziemlich jung, brauchen noch ganz viel Zuneigung (die Älteren natürlich auch!!!!). Mit etwas Geduld gewöhnen wir uns schnell an die Menschen, die lieb zu uns sind (und das zeigen wir auch). Nicht erwarten darf man aber, das wir schon nach wenigen Tagen auf unseren Namen hören (machen wir eh nur wenn wir Lust haben) und uns wie zu hause fühlen. Das kommt früher als euch lieb ist! Dann gehört die Wohnung uns! :-))

 

 Das war mal Frauchens Bett...

Nun ist es MEINS!!!

Da wir Kaninchen einen starken Bewegungsdrang haben, müssen wir mindestens 2-3 Stunden jeden Tag raus aus dem Stall. Dann gehen wir ab wie ne Rakete! Raus aus dem Stall? Wohin denn...?

Na, eigentlich egal, aber ein paar Sachen sollte man schon beachten:

1. Der Raum, in dem wir uns die Pfoten vertreten, sollte nicht den teuersten Teppichboden haben. Zum einen haben wir scharfe Krallen und Zähne, und auch wenn wir stubenrein werden, kann immer mal ein Mißgeschick passieren. Und das dann auf Mutters gutem Perser, oh weh... Parkettfußböden mögen wir nicht so gern. Ist glatt und sooo kalt.

2. Ganz große Gefahr!! Stromkabel!!! Wir knabbern unheimlich gerne, und wenn wir dann so was zwischen die Zähne kriegen und kräftig zubeißen... Na Mahlzeit! (Ich hab nen   Kollegen, der knabbert das Kabel immer so gut an, das nicht er eins gewischt kriegt,  sondern sein Frauchen! Hähähähä! Jetzt ist aber auch sein Zimmer Kaninchensicher, falls  sein Schutzengel mal schlafen sollte.)

 

 Wenn ich nicht so gut erzogen wäre, würd ich es mir schmecken lassen...

3. Muß ich noch erwähnen, das wir auch Tapete mögen...?

4. Na, und mit ner kleinen Besenkammer können wir auch nix anfangen. Wir brauchen schon Platz, um richtig rennen zu können.
 

 Frechheit, da ist doch glatt ein Brett im Weg gewesen! Ich will freie Bahn ins Wohnzimmer!!

Hoppla, jetzt komm ich!!!

 So ein Mist, Frauchen hat mich gesehen! Und jetzt schimpft sie auch noch mit mir...

Ich hab doch gar nichts gemacht, schnüff!!

 

5. Vorsicht auch, wenn ihr grade da hinlatschen müßt, wo wir doch hinwollen. Nehmt Rücksicht, wir haben Vorfahrt! Unterm Schuh sehen wir nicht grade gut aus, und als Türstopper taugen wir auch nicht.

Wie schon eben erwähnt, wir werden stubenrein. Besorgt uns am besten ein schönes Katzenklo, damit sind wir zufrieden. Schon beim ersten Auslauf mit Katzenstreu (uns ist es wurscht, da kann auch Käfigstreu rein... Aber dann: Viel Spaß beim Saugen!) gefüllt aufstellen, ein paar Knöddel rein, damit wir wissen, was los ist, und auf geht's! Uns muß man immer wieder ins Klo setzten und immer wieder und wieder... Es bringt gar nix, uns anzubrüllen, oder zu schlagen (sollen wir etwa Angst vor euch großen Zweibeinern kriegen?). Habt Geduld! Ich hab ein wenig gebraucht, um zu checken, was Frauchen von mir wollte. Aber nun klappt es.

Sind erst mal die ersten Wochen zusammen gemeistert, beginnt eine richtig tolle Freundschaft. Vergeßt nie: Aller Anfang ist schwer!! Nicht sofort aufgeben, wenn nicht alles reibungslos klappt. Wir sind ja keine Stofftiere, die sich alles gefallen lassen und keine eigenen Ansprüche und Wünsche haben. Ihr wollt doch sicher auch ernst genommen werden, oder?

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